180 Millionen für einen dunklen Tunnel in 2030 für mehr Autoverkehr

hannovercyclechic legt den Finger in die Wunde, findet das Haar in der Suppe, wenn sich alle  darüber freuen, dass Millionen im dreistelligen Bereich ausgegeben werden, um Straßen für Autos zu bauen. Wie was, wo denn? Die NP und  die HAZ berichteten heute und gestern über die Tunnellösung für den Südschnellweg in Döhren.

Für aus dem Bauch heraus geschätzte 180 Mio. € könnten 1.200 km tippitoppi-Radwege nach holländischem oder dänischem Vorbild gebaut werden. Link: 1 km Radweg = 150.000 €!

Zum Vergleich ein Zitat aus dem Berliner Tagesspiegel: Rund 650 Kilometer Radwege (in Berlin) stehen Radlern laut Berliner Senatsverwaltung für Verkehr und Stadtentwicklung … zur Verfügung . Gehen wir mal von jeweils 300 km Radwegen in Hannover, Dresden, Nürnberg und Essen (alles Städte mit um die 500.000 Einwohnern) aus, die für eine separate Radinfrastruktur hergestellt oder überarbeitet werden müssten. Dann hätten diese vier Städte eine Radinfrastruktur, die die Menschen wirklich auf’s Rad bringen würde. Stattdessen bauen wir 4 km Tunnelautobahn für  180 Mio. €., was einen Kilometerpreis von 45 Mio. € macht und fördern damit noch, dass mehr Leute Auto fahren!

Einwand: Äh, aber die Menschen vor Ort, die dort wohnen müssen… Sind wie viele? Nehmen wir mal 1.500 an, die als Betroffene in den angrenzenden Häusern leben. Deren Situation wir definitiv nicht beschönigen wollen, wenn kein Tunnel gebaut wird. Dem stellen wir jedoch die 2 Mio. Menschen gegenüber, die in den oben genannten Städten leben und von einer Reduzierung des Autoverkehrs profitieren würden, weil massenhaft Menschen auf’s Rad umsteigen. Wo sind die Millionen effizienter eingesetzt?

Guckstu hier: Warum fördert Hamburg das Radfahren? oder hier: ‚Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat errechnet, dass 150 Minuten Bewegung pro Woche Krankheitskosten für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft spürbar reduzieren. Im Vergleich zum untrainierten Menschen spart ein Arbeitnehmer, der regelmäßig Fahrrad fährt – zum Beispiel auf dem täglichen Arbeitsweg – Gesundheitskosten von ca. 2.000 Euro pro Jahr.‘ Bringen wir also 100.000 Menschen in Hannover, Dresden, Nürnberg und Essen dazu 150 Minuten Rad zu fahren in der Woche, spart unser Gesundheitssystem 200 Mio. € (100.000 Menschen x 2.000 €), im Jahr wohlgemerkt… und schon können wir wieder einen Tunnel bauen!

Gott, schmeiß Hirn vom Himmel, ruft flehentlich mit Blick nach oben hannovercyclechic

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6 Gedanken zu “180 Millionen für einen dunklen Tunnel in 2030 für mehr Autoverkehr

  1. Super! Spricht mir aus der Seele. Hoffentlich erscheinen auch entsprechende Leserbriefe in der jubilierenden Lokalpresse …

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  2. Der Schnellwegtunnel ist eine Sache – eine andere was oben drauf passieren soll, nämlich auf dem Tunneldeckel. Die in der Zeitung vorgestellten beiden Varianten habe ich so verstanden, dass bei der einen Varianten oben drauf heftig der Autoverkehr toben soll, während bei der anderen Variante der Autoverkehr weitgehend ausgesperrt bleibt.
    Wenn schon Auto-Tunnelbau, dann bitteschön nicht mit dem Ergebnis, dass der Autoverkehr in Zukunft auf zwei Etagen sein Unheil anrichtet.

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