Schon wieder ein Cyclegate*: 13 Fahrradstraßen in 16 Jahren

Die Stadt Hannover hat nach mühsamer hannovercyclechic-Internetrecherche bisher sage und schreibe ca. 13 Fahrradstraßen in ca. 16 Jahren (Große Barlinge, Edenstraße, Wiehbergstraße, Stammestraße, Alte Döhrener Straße, Lange Laube, Edenstraße…) eingerichtet. Die genauen Zahlen sind auch egal. Einen Blumentopf, geschweige denn hippe, gut ausgebildete Menschen gewinnt die selbst ernannte Fahrradstadt Hannover damit nicht als Neubürger…

Eine Aufstellung aller Fahrradstraßen oder gar eine Karte war nicht zu finden, stattdessen so absurde Sachen, dass sie schon wieder zum Lachen sind, wie das Faltblatt zum City umfahren mit den international gültigen Kennzeichnen blauer Punkt und, ja was eigentlich, Einkaufswagen, Krümelmonster…

Wie es Fahrradstraßen in anderen Städten, z. B. Stuttgart, ergeht und warum Fahrradstraßen nicht der Weisheit letzter Schluss sind!

Macht doch erst mal Tempo 30 stadtweit: Kostet auch fast nix, geht schneller und verwirrt die Autofahrer (Tempo 50, 30, Fahrradstraße…) am wenigsten, da eindeutig, wie sogar die Gewerkschaft der Polizei seit 2014 in Nordrhein-Westfalen und der VCD im Sinne der Verkehrssicherheit fordert.

hannovercyclechic tempo 30 vs 50

Die Forderung nach einer vom Auto separierten Radwegeinfrastruktur ist ohnehin nicht zu toppen, wenn die Erfahrungen aus den Niederlanden und Dänemark herangezogen werden, die bauen nämlich — surprise, surprise — keine Fahrradstraßen und sind die Vorbilder in Sachen Mobilitätswechsel vom Auto zum Rad: Wirklich

‚SCHNELL‘ (keine parkenden Autos),

‚SICHER‘ (keine Unfallgefahr durch Rechtsabbieger) und

‚BEQUEM‘ (Beton als Oberfläche, ausreichend breit)

geht für Radfahrer nur ohne oder zumindest mit wenigen Überschneidungen (vgl. Radschnellweg RS1 im Ruhrgebiet) mit dem motorisierten Verkehr!

Interessant auch diese Regelung: „Laut Straßenverkehrsordnung kommen Fahrradstraßen nur dort in Betracht, wo der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder — Achtung, Blink, Blink, Red Alert, liebe Bezirksratspolitiker in Linden-Limmer — bald sein wird. Und die Bedürfnisse des Kraftfahrzeugverkehrs müssen vor Anordnung einer solchen Straße ausreichend berücksichtig werden.“ Zählen wir doch einfach einen Tag lang die Rad- und Autofahrer z. B. in der Stephanusstraße oder Minister-Stüve-Straße und, eh man sich versieht, kann eine Fahrradstraße eingerichtet werden. Besser als nischt!

Schenkt man allerdings diesem Text ausgerechnet einer Fahrschule glauben, muss man eigentlich keine Fahrradstraßen mehr fordern, ein Auszug: Auch in Fahrradstraßen müssen Kinder unter acht auf dem Radweg oder gar Gehweg fahren.

Ja, geht’s noch, oder was?, fragt sich hannovercyclechic

Cc… MP Weil, OB Schostok, StBauR Bodemann, RadVBeau Efkes

*Das erste Cyclegate waren übrigens die nicht vorhandenen Radwege bei der D-Linienplanung am Steintor. hannovercyclechic berichtete…

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