‚Heißes Eisen Limmerstraße‘ oder doch lieber ’nen lauwarmen Kakao…

Für einen Beitrag über den Zankapfel Limmerstraße in Big Apple-Linden gibt es folgende Prämissen ohne die eine weitere Beschäftigung aus Sicht von hannovercyclechic keinen Sinn macht: Friss oder stirb, Django, …oder trink Deinen Kakao auch, wenn er zu heiß ist! (Lucky Luke und Billy the Kid…)

hannovercyclechic lucky luke und billy the kid trinkt euern kakao

aus ‚Lucky Luke, Billy the Kid‘ Copyright Egmont EHAPA Morris & Goscinny

Die Voraussetzungen:

1. Die Stadtbahn kann auf dem Stück der Limmerstraße, die ‚Fußgängerzone‘ ist, nicht die Bedeutung behalten, die vornehmlich die gute alte Tante SPD ihr zumisst. Sprich, das Tempo der Bahn muss auf ein Fahrradtempo von max. 15 km/h verringert werden. (Die SPD hat nach hannovercyclechic-Kenntnisstand leider auch nicht die Position, den ÖPNV steuerfinanziert für alle kostenlos nutzbar zu machen. Obwohl das mal eine ordentliche Umverteilung von oben nach unten zugunsten derjenigen wäre, die auf den ÖPNV angewiesen sind!)

2. Der Bus umfährt die Limmerstraße über Fössestraße und Kötnerholzweg und hält am Küchengarten und an der Kreuzung Kötnerholzweg/Limmer Straße. In der Fußgängerzone in der City fährt ja schließlich auch kein Bus!

3. Die Trennung von Fußgängern und Radfahrern muss strikt umgesetzt werden. Ein mittig angelegter Radweg wird in regelmäßigen Abständen mit Zebrastreifen für die Überquerung durch Fußgänger versehen. Entlang des Radweges werden Hochbords/Bordsteinkanten (brauchte man früher im Winter und  im Kofferraum beim BMW-Heckantrieb) nach holländischen Vorbild, bei der EM sind sie ja nicht dabei, da können wir uns ruhig mal großzügig zeigen und was abgucken…) eingelassen. 1,50m langer Bordstein,  Lücke, 1,50 m langer Bordstein, du ahnst, wie ’s weitergeht… Eine Abstimmung auf den Lieferverkehr ist unbedingt erforderlich, um die Stadtbahn nicht zu blockieren. Die Einrichtung von Anlieferungszonen in den einmündenden Straßen könnte diese Problematik zusätzlich entschärfen.

4. Die Radfahrer schlucken die Kröte ‚zwischen den vier Gleisen‘ fahren zu müssen, erhalten dafür aber einen schnelleren, komfortableren Belag als den vorhandenen, entweder durch Glättung der Fugen zwischen den Beton-Pflastersteinen oder besser den Austausch der Pflastersteine gegen einen Asphalt-Belag. Und müssen unter Umständen hinter einer langsam fahrenden Bahn herfahren, wenn zu viel Rad-Gegenverkehr auf der mittigen Radwegespur kommt.

4. Der Bereich zwischen den Gleisen wird durchgängig rot eingefärbt und mit Fahrradsymbolen versehen und Poller an den ‚Kreuzungen‘ der einmündenden Straßen aufgestellt, um ‚wildes‘ Befahren durch BMWs, ach nee, falsche Abk. durch SIRI, die Schl…,  PKWs zu verhindern. Lesetipps: Die schnellste Fußgängerzone der Welt. oder Appetizer zum Beitrag: Heißes Eisen Limmerstraße…

hannovercyclechic limmerstraße mit separatem radweg

Welche Vorteile bringt der hannovercyclechic-Vorschlag?

  1. Durch den Entfall der bisherigen Radspur zwischen Stadtbahn und Fußweg ergibt sich mehr zusammenhängender, Radfahrer freier Raum für Fußgänger. Mögliche Kollisionen von Radfahrern und Fußgängern auf dem dann nicht mehr direkt an der Außenbestuhlung der Cafes entlang laufenden Radweg gehören dann der Vergangenheit an.
  2. Durch die konsequente Trennung von Fußgängern und Radfahrern werden Konflikte minimiert. Der Übergang über den Radweg bleibt an den Zebrastreifen und zwischen den Bordsteinen möglich, wenn kein Radfahrer in Sicht ist.
  3. Durch langsamer fahrende Bahnen und die Verlagerung des Busses erhöht sich die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl für Fußgänger und Radfahrer insgesamt.
  4. Die Kreuzung der Limmerstraße mit PKW ist nach wie vor möglich. Das Einbiegen auf die Limmerstraße wird wie gesagt jedoch durch Poller an den einmündenden Straßen erschwert. Der rote Belag (wie in ganz Holland üblich!) stellt zudem eine weitere, psychologische Schwelle dar, dort mit dem Auto entlang zu fahren.

Wer braucht eigentlich eine reine Fußgängerzone? Eigentlich niemand, wenn der mittige Radweg auf der Limmer Straße an ausreichend vorhandenen Übergängen wie oben beschrieben auch für ältere Menschen und Kinder gefahrlos überquert werden kann. Wer jung und fit ist, wird die Radspuren ohnehin weiterhin da wo er/sie will überqueren. Zumal die Menschenmassen wie in der City of Hannover sich eh nicht auf der Limmer drängen.

Für den Blick über den Tellerrand: So wird ’s auf einem Platz in Kopenhagen, der Radfahrer-Streber-Stadt gemacht…

hannovercyclechic superskilen luftaufnahme mit radweg

Rot eingefärbter Radweg über den Superskilen in Kopenhagen mit Zebrastreifen und Bordstein

SHP-Ingenieure, was meint Ihr, was kostet die vorgeschlagene Befriedung der Limmerstraße, könnt Ihr das piemaldaumen überschlagen?

Alternativen? In der Elisenstraße und/oder der Ahlemer Straße entfällt eine Parkspur und es in beiden Straßen wird ein bidirektionaler Radweg angelegt, damit die Radfahrer nicht die reine Fußgängerzone auf der Limmer befahren. Nachteile: Entfall zahlreicher Parkplätze, Radfahrer werden trotzdem teilweise auf der Limmerstraße fahren…

Kleine Anekdote zum Schluss: Lucky Luke muss beim Sheriff in der Gefängniszelle übernachten, da alle Hotels der Stadt belegt sind. Er betritt die Zelle, der Sheriff sagt ‚Gute Nacht‘ und schließt gedankenverloren die Zellentür von außen ab. Nach Protest von Luke sagt der Gesetzeshüter: ‚Sorry, Macht der Gewohnheit!‘ und schließt die Tür wieder auf!

Bin mal eben weg zum Limmern, Macht der Gewohnheit, hannovercyclechic

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4 Gedanken zu “‚Heißes Eisen Limmerstraße‘ oder doch lieber ’nen lauwarmen Kakao…

  1. Der Busmußweg

    Eine sehr gute Idee, leider bin ich von den zusätzlichen Bordsteinkanten nicht so begeistert. Eine zusätzliche und zu große Gefahr von Stürzen durch oder auf diesen ist gegeben. Vorschlag zur Güte: kleine Teller artige Bauteile (ähnlich wie die von Autobahnbaustellen mit zwei Katzenaugen je Richtung) in immer wieder kehrenden Abständen einlassen.

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    • Hi bumsmussweg oder wie du heißt, diese Art der baulichen Trennungen sind in den Niederlanden völlig normal und die Oranjes tragen nicht mal Helme… Wobei die rote Markierung des gesamten Bereiches zwischen den Schienen als deutliches Zeichen, dass es sich um einen Radweg handelt, vielleicht ausreichen könnte. Im Umkehrschluss sollten die Radfahrer durch die rote Markierung deutlich darauf hingewiesen werden, dass sie nur dort Rad fahren dürfen. In Kopenhagen gibt es auch immer eine Bordsteinkante an Radwegen, die über Plätze verlaufen. (siehe das Foto vom roten Platz, dem Superskilen, im Beitrag)

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  2. Alfons Krückmann

    Wie weit ist denn das nächste Krankenhaus entfernt?
    1. eine vermutlich recht hohe Zahl an Schienenunfällen, die gerade für ältere Menschen oft schwerste Folgen nach sich ziehen können.
    2. weiterhin kreuzender MIV, der in Verbindungen mit den Schienen zu gefährlichen Rad Ausweichmanövern zwingt/verleitet
    3. Bei Konfliktsituationen (Unachtsamkeit der Radfahrenden / gehörlose Radfahrende) mit dem Schienenverkehr führen auch die Bordsteinkanten bei Ausweichmanövern in den äusseren Strassenraum mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Stürzen.
    Beim Kopenhagener Beispiel ist übrigens keine dieser Problematiken zu erkennen.

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    • Hallo Alfons,

      danke für Deine Rückmeldung. Recht hast Du!

      Unser Vorschlag für die Limmer wäre überflüssig, und die Limmer könnte (bis auf die Bahn, siehe 2.) reine Fußgängerzone sein, wenn…

      1. …wie in Kopenhagen oder auch den Niederlanden die Parallelstraßen der Limmer, also Elisen- und Ahlemerstraße Fahrradstraßen, die Ihren Namen verdienen, wären. Also keine bis wenig parkende Autos, Vorfahrststraße für schnelles Vorankommen der Radfahrer*innen, nicht durchgängig für Privatwagen befahrbar durch Einbahnstraßen und Dead-End, mit Pollern für Radfahrende durchlässig.

      2. …die Bahn wie in der Fußgängerzone max. 15 Km/h fahren würde, oder sogar nur Schrittgeschwindigkeit wie in der Amsterdamer City, was unwesentlich Zeit kosten würde, aber das (Fußgänger-)Leben auf der Limmer sichtlich entspannen würde. Die Busse könnten über die Fössestraße und den Kötnerholzweg fahren. Die beiden Bus-Haltestellen am Anfang und Ende der autofreien Limmerstraße müssten um zumutbare 100 bzw. 200 m verlegt werden.

      Unser Vorschlag hatte die Interessen der Radfahrer; Fußgänger und Geschäftsleute im Blick und sollte Konflikte vermeiden helfen. Durch die Radspuren in der Mitte, entsteht mehr Platz für eine Flaniermeile mit Bänken, Grün und Aufenthaltsqualität entlang der Geschäfte. Wie im Beitrag beschrieben ist der Zeitverlust durch eine langsamer fahrende Bahn auf den 800 m, um die es geht, aus unserer Sicht hinnehmbar.

      Schön, dass wir drüber gesprochen haben.

      Die beschlossenen Standorte der Hochbahnsteige machen eh alle Gedankenspiele zunichte und Fußgänger und Radfahrer werden sich auf dem wenigen Platz, der für sie bleibt, wenn eine Bahn oder ein Bus hält, in die Haare geraten. Was eine Planung… ;-(

      Bis bald auf der Limmer, wir helfen Dir hoch, wenn Du in die Schienen gekommen bist.

      Deine hannovercyclechic-eria

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