hannoverCYCLEchicSHOOTZ #2: Mit dem Bezirksrad aus dem Bezirksrat…

…hat sich Daniel Gardemin auf dem Radweg, wo er benutzungspflichtig ist, sonst auf der Fahrbahn, was erlaubt ist, auf zum Küchengarten aufgemacht. (LINK zum Beitrag über Radwegebenutzungspflicht) Der Hauptdarsteller der hannoverCYCLEchicSHOOTZ #2  ist Fraktionschef der ‚Die Grünen/Bündnis90‚ im Bezirksrat Linden-Limmer.

hannovercyclechic hatte Sonne bestellt, bestellte Espresso und Cappuccino im 11A und stellt den Fotografen dieses Tages vor:

Helge Krückeberg (…der heißt wirklich so, ist ausnahmsweise mal keine Verhohnepiepelung*), Fotograf aus Linden-Mitte und Freund der hannovercyclcechiceria, der u. a. gerade die KunstFestSpiele Herrenhausen abgelichtet hat. Die hannoverCYCLEchicSHOOTZ #1 sind übrigens Dete Rehbock, dem Organisator der VeloCitynight etc. gewidmet.

Dr. Daniel Gardemin, Stadtteilgruppensprecher der Grünen im Bezirk Linden-Limmer posiert mit seinem Fahrrad für hannovercyclechic. 24. März 2016, Küchengartenplatz, Hannover-Linden. Foto: Helge Krückeberg

Dr. Daniel Gardemin, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer posiert mit seinem Fahrrad für die hannoverCYCLEchicSHOOTZ. 24. März 2016, Küchengartenplatz, Hannover-Linden. Foto [M]: Helge Krückeberg

Daniel über seine Radaffinität und den bewussten Verzicht auf ’s Auto: (…und die schnellste Fußgängerzone Deutschlands, die Limmerstraße, auf seinem Blog)

‚Am Anfang stand eine Entscheidung: Ich verkaufe mein Auto. Das ist nun über ein Vierteljahrhundert her. Das gute Gefühl, genau das Richtige getan zu haben, hält bis heute an. Stau, Parkplatzsuche, Bewegungsmangel kenne ich kaum noch. Mit dem Fahrrad kann ich meine Wege vielfältiger, gesünder und im Stadtgebiet ausnahmslos schneller gestalten. Es ist die Vielfalt der Grünzüge, Wasserläufe und Schleichwege unserer Stadt, die ich so genieße. Ich kann tief durchatmen, nachdenken und häufig treffe ich unterwegs auch jemanden.
Als die Kinder kamen, flammte der Gedanke an ein Auto zwar wieder auf. Sogar einen Wagen schenken wollten uns die Großeltern, um eine vollständige Familie aus uns zu machen. Aber irgendwie waren wir raus aus der Nummer, denn Verkehrsnerv, Abgaswolken und Bequemlichkeit drohten zurückzukehren.

Meine Kinder murren allerdings manchmal, wenn’s zu sehr regnet. Öffis und Carsharing aber ergänzen die Lücken bei uns. Von all dem gesparten Geld an Blech und Benzin fahren wir in den Urlaub. Und wir haben wir uns ein Familien-E-Bike gekauft, mit zwei Kindersitzen und Anhänger. Ein echter Hingucker: Die Lütte sitzt vorne im Sitz, der Große auf dem Gepäckträger und die Mittlere mit zwei Freundinnen im Anhänger. Alles mit zwei Liter Batterie. Das sind sechs Personen, dafür bräuchte man als Auto 100 PS und zwei Tonnen Metall.
Oder ein Schlitten ans Fahrrad binden, unser Kajak leineaufwärts bringen, in Oslo den Ekeberg hochfahren oder einfach die müde geschaukelten Kinder ihren Mittagsschlaf vorm Lieblingscafe machen lassen. Ich finde, besser geht Mobilität kaum.

Bei aller Euphorie habe ich einen großen Nachteil fast vergessen zu erwähnen. Das Fahrrad ist im Straßenverkehr nach wie vor nicht gleichberechtigt. Dem Auto gehört das beste und das größte Stück der Straße. Wenn ich an einer roten Fahrradampel stehe, während die Autos schon mal ordentlich bei grün bevorzugt in alle Richtungen fahren dürfen, kommt mir der Straßenverkehr doch ein wenig wie das Spiegelbild einer ungleichen Gesellschaft vor. Hier gibt es in Hannover noch viel zu tun.‘

Dr. Daniel Gardemin, Stadtteilgruppensprecher der Grünen im Bezirk Linden-Limmer posiert mit seinem Fahrrad für hannovercyclechic. 24. März 2016, Küchengartenplatz, Hannover-Linden. Foto: Helge Krückeberg

24. März 2016, Küchengartenplatz, Hannover-Linden. Foto: Helge Krückeberg

Der Ort der zweiten SHOOTZ war nicht zufällig der Küchengarten. Im Zuge des Umbaus für die Linie 10 sieht die bisherige Planung der Verwaltung einen diagonal über den befahrenen Teil des Platzes verlaufenden Hochbahnsteig vor. Dies würde aus Sicht von Gardemin zu einer erschwerten Querung des Platzes bzw. einer weiteren Teilung der Stadteile Linden-Nord und Linden-Mitte führen. Der Vorschlag der Grünen im Bezirksrat die Planung unter dem Gesichtspunkt aller Verkehrsströme neu zu prüfen und ein Verkehrskonzept Küchengarten zu erstellen, wurde von der SPD-Fraktion leider nicht mitgetragen. Hier der Text des Antrags auf Linden entdecken bzw. hier die PDF-Datei des Antrags Verkehrkonzept Küchengarten der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer! Insbesondere die Benachteiligung der langsamen Verkehrsteilnehmer, Fußgänger und Radfahrer, sollte bei der Überprüfung auf den Prüfstand gestellt werden. Hier stellt sich wie so oft die Frage werden die Menschen (im Stadtteil) oder der motorisierte Individualverkehr der Maßstab für den tatsächlichen Umbau des Küchengartens sein. Ausgang hoffentlich noch offen?

hannovercyclechic wünscht sich

  • eine große aufgepflasterte, davor mit Berliner Kissen versehene, sprich verkehrsberuhigte Zone zwischen Küchengarten und Limmerstraße. Die Fahrzeuge, die auf der Fössestraße kreuzen, würden gefühlt durch die Fußgängerzone Limmerstraße/Küchengarten fahren und damit entschleunigt!
  • durchgängige, separierte Radwege entlang des Küchengartens, die zum einen in der Limmerstraße aber auch der Elisenstraße, die zur Zeit für Radfahrer und Fußgänger im Asphalt-Nirwarna endet, weitergeführt werden und
  • selbstredend eine Fußgänger- und Radfahrerfreundliche Ampelschaltung wie folgt..

Zur Abwechslung stehen die Ampeln für den motorisierten Verkehr mal dauerhaft auf rot und die Fahrzeugführer müssen zur Querung der Fußgängerzone einen Knopf drücken, wie sonst bei McDoof oder an der Schranke im Parkhaus. Revolution, das geht gar nicht, wir kommen in Teufelsküche, der Wirtschaftsstandort Deutschland ist gefährdet, hört hannovercyclechic die ‚Freie Fahrt für freie Bürger‘-Bürger und ‚Knöpfchen drücken kann ich nur beim Burger holen‘-Bürger, schreien! Komisch, dass nur Radfahrern und Fußgängern zugemutet wird an Ampeln um Grün ‚betteln‘ zu müssen!

Gerd Runge, Architekt aus Linden, geht noch einen Schritt weiter und verknüpft die Lage des Hochbahnsteiges mit einem U-förmigen Gebäude-Neubau am Ende der Limmer bzw. Elisenstraße. Der neue Hochbahnsteig wäre vor diesem Gebäude angeordnet. Das Interview mit Runge dazu ist im Blog ‚Das Ihmezentrum – Ein neues Wahrzeichen für Hannover‚ erschienen.

hannovercyclechic planung küchengarten von gerd runge

Planung von Gerd Runge zum Umbau des Küchengartens mit Gebäude-Neubau und Hochbahnsteig

Making of hannoverCYCLEchicSHOOTZ #2:

hannovercyclechic

Dr. Daniel Gardemin (links) mit hannovercyclechic. 24. März 2016, Küchengartenplatz, Hannover-Linden. Foto: Helge Krückeberg

Helge fährt ein ca. 8 Jahre altes Mondialo von Hartje.

Mondialo v. Hartje ca. 8 Jahre alt

Bleibt uns und  den Parteien, die sich für den Radverkehr einsetzen gewogen, hannovercyclechic

* Der frühneuhochdeutsche Ausdruck hole Hip ‚hohle Waffel‘.  Die von Haus zu Haus ziehenden Verkäufer solcher Waffeln wurden Hohlhipper genannt. Dieses Wort wurde ab dem 16. Jahrhundert ein Synonym von Lästerer – wohl weil Käufer und Verkäufer sich gegenseitig mit Spott bedachten. In der Folge kam es zu Bildungen wie den frühneuhochdeutschen Verben hohlhippeln oder hohlhippen ‚schmähen, beleidigen‘, die unter volksetymologischer Anlehnung der nicht mehr verstandenen Worte an Hohn im thüringisch-sächsischen Sprachraum zu hohniepeln und (ver)hohnepi(e)peln ‚hänseln, lächerlich machen‘ führten.

Quelle: Wiktionary

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