Fahrradklimatest des ADFC

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach vier Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Teilnehmen können alle Interessierten ist bis zum 30. November 2016 über die Internetseite

www.fahrradklima-test.de.

hannovercyclechic-adfc-fahrradklima-test-logo

Zum etwas irreführenden Titel sei ein Absatz aus einem Artikel der Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ zitiert. Die Besserwisser und Gutmenschen aus Kopenhagen fahren nicht zum ‚Klimaretten‘ Rad, sondern…

„Die große Mehrheit der Kopenhagener Radfahrer sagt in Umfragen, sie radle, weil es einfach und schnell sei. Nur ein Prozent führt Umweltschutzgründe an.“

Daran wird deutlich, dass nicht der erhobene Zeigefinger Menschen zum Umsteigen auf ’s Rad bewegt, sondern das schnellere Vorankommen gegenüber dem Privat-PKW in der Stadt. In den Niederlanden werden, z. B. in Groningen, Neubaugebiete an die City mit reinen Radbrücken angeschlossen: Fahrzeit 5 Minuten. Wer mit dem Auto fahren möchte, muss einmal um die Stadt herum: Fahrzeit 15 Minuten. Außerdem werden in vorhandenen Wohngebieten ‚Schleichwege‘ für PKWs geschlossen, bleiben aber für Radfahrer durchlässig. So einfach geht Steigerung des Radverkehrsanteils! Wir müssen nur wollen… Einen hannovercyclchic-en Vorschlag, der sich auch auf andere Stadtteile übertragen lässt, gibt ’s hier: DIY Verkehrskonzept Linden-Mitte.

Und weiter mit dem hannovercyclechic-Check, wie gut es Deine Stadt mit den schwachen Verkehrsteilnehmer hält:

Hat Deine Stadt begriffen, dass neue, ausreichend breite Radwege teilweise nur durch Umwidmung von Autospuren möglich sind?

hannovercyclechic-schwarzer-baer-neuer-radweg-und-zaehlstation-2

Einrichtung eines Radweges am Schwarzen Bären erst nach massiven Protesten, aber leider nicht wie vom Bezirksrat Linden-Limmer beschlossen über die gesamte Länge der Brücke auf der Fahrbahn, baulich mit Pollern oder Bordsteinen von der Fahrspur der Autos getrennt. Vorteile wären: zeitgemäße Breite (2,75m) für zunehmenden Radverkehr, geringe Kosten, Oberfläche wäre bereits komfortabler Asphalt und die Trennung zum Fußweg wäre durch einen hohen Bordstein gegeben (gewesen). Hätte, hätte, Fett an die Kette…

…weil die öffentliche Fläche nur einmal verteilt werden kann! LINK zum Thema: Autofahrer haben 19 Mal mehr Flächen als Radfahrer.

Hat Deine Stadt begriffen, dass asphaltierte Radwege den Komfort für Radwege massiv erhöhen?

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Kurzes Stück Radweg vor dem Ihmezentrum, gespachtelt oder so ähnlich. Mal ausprobieren, rollt super!

…is‘ so! Oder sind die Radwege in den Niederlanden oder Kopenhagen gepflastert?

Hat Deine Stadt begriffen, dass sich plötzlich öffnende Autotüren für Radfahrer eine große Gefahr darstellen?

hannovercyclechic radwege in d und h und usa quelle daniel pöhler

Grafik von Daniel Pöhler, @umwerfer bei Twitter

…und Radwege daher eher auf der Beifahrerseite mit einem Sicherheitsabstand zu den Fahrzeugen angelegt werden sollten?

Hat Deine Stadt begriffen, dass die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs verringert werden muss?

hannovercyclechic tempo 30 vs 50

‚Eine Aufprallgeschwindigkeit von 30 km/h entspricht einer Fallhöhe von 3,5 m, in etwa gleichzusetzen mit einem Sturz aus dem 1. Stockwerk eines Hauses. Ein Aufprall bei 50 km/h entspricht einer Höhe von 9,8 Metern (3. Stock) und bei 70 km/h von 19,3 Metern (6. Stock).‘

…weil damit das Verletzungsrisiko massiv gesenkt und das subjektive Sicherheitsempfinden enorm erhöht wird! Werde Tempo 30-Botschafter beim VCD!

Hat Deine Stadt begriffen, dass keine Tempo-30 Schilder, sondern nur bauliche Maßnahmen die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs verringern?

Folgende Bilder aus Linden-Süd zeigen wie es geht. Im Rahmen der Stadtteilsanierung in den 70er- und 80er-Jahren wurde der Verkehr baulich beruhigt: Aufgepflasterte Kreuzungen, Veränderung der Oberflächen und Verminderung des motorisierten Durchgangsverkehrs…

Und auf folgenden Bildern aus Linden-Mitte ist gar eine komplett vom Privatwagenverkehr freigehaltene Straße zu sehen und die Welt ist nicht untergegangen…

…eines der schlechtesten Beispiel für eine Tempo 30-Zone in Hannover ist übrigens die Hindenburgstraße im Zooviertel: Fast 1km schnurgeradeaus asphaltiert, kein Rechts-vor-Links und Tempo 30-Schilder sollen es richten.

SATIRE ON: Kein Wunder, dass die Autofahrer- und Fleischesserpartei CDU da Ihr Hauptquartier hat, müssen die Radfahrer und Vegetarier von der hannovercylcechic-eria still in sich hineinschmunzeln! :SATIRE OFF

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