PlatzDa! …auch für Senioren!?

Am heutigen Dienstag sind die PlatzDa!-Aktivisten auf Einladung von Frau Monika Stadtmüller, der Vorsitzenden der Seniorenbeiräte, beim Gespräch mit den 13 Seniorenbeiräten der Stadt Hannover. (Aufgaben der Seniorenbeiräte)

Über die Einladung haben wir uns sehr gefreut, da uns bewusst ist, dass die Interesssen der Senioren sich mit den Bedürfnissen vieler anderer Stadtbewohner decken.

Die Anwort von Jan Gehl, eines führenden und mittlerweile auf der ganzen Welt tätigen Stadtplaners aus Kopenhagen, im Interview mit dem Magazin brandeins auf die Frage

„Herr Gehl, woran erkennt man die Lebensqualität einer Stadt?“ 

spricht Bände. Jan Gehl: „Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt.

Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind.

Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt. Wenn sich auf ihren überschaubaren Plätzen und Gassen wieder Menschen begegnen können.

Darin besteht schließlich die Idee einer Stadt.“

Buchtipp Städte für Menschen von Jan Gehl; Filmtipp The Human Scale von Jan Gehl; Radiotipp Jan Gehl im Deutschlandfunk

Der schmale Fußweg an einer Baustelle zwingt den E-Rollifahrer (und den jungen Kettcarfahrer ebenso) zu einem nicht ungefährlichen Ausweichmanöver auf die Straße. Das Baustellenmanagent der Stadt berücksichtigt in diesem Fall zu wenig die Bedürfnisse der jungen und alten Menschen, die nicht im PKW unterwegs sind.

Fragen, die wir an die Seniorenbeiräte in Hannover haben, sind  z. B.

  • Wünschen sich Senioren (wie auch die Eltern von Schulkindern) Kreuzungen, die nicht zugeparkt sind, um die Straße sicherer und auch mit Gehhilfen oder im E-Rolli besser überqueren zu können?
  • Brauchen unsere „jung gebliebenen Alten“ breitere Radwege, um auch mit E-Bike zügig und sicher unterwegs zu sein?
  • Sprechen sich die Senioren für eine Temporeduzierung des motorisierten Verkehrs in der Stadt aus, um sicherer und entspannter unterwegs sien zu können?
  • Ist Ihnen klar, dass höhengleiche Übergänge über einmündende Straßen nicht nur Radfahrern, sondern auch ihnen bei Nutzung eines Rollators oder Rollstuhls zu Gute kommen?
  • Wissen die rüstigen Rentner, dass die vorzügliche Radinfrastruktur in den Niederlanden gerade von Mobilitätseingeschränkten sehr geschätzt wird?
  • Sehen sie die einheitliche Asphaltierung von Wegen als positiv, da weniger Stolperfallen enstehen

Auch der Fuss e.V. beschäftigt sich auf seiner Seite www.senioren-sicher-mobil.de mit der Bewegung in der Stadt und u. a. dem Falsch parken.

Im folgenden Film sind die Voteile, die eine gute Radinfrastruktur auch für andere Verkehrsteilnehmer hat, gut dargestellt:

Das illegale Parken ist eines der Hauptprobleme für Senioren

Ein einziger falsch parkender Pkw im Verlauf einer Straße genügt, um die ganze Straße für Rollstuhlfahrer unpassierbar zu machen. Es gibt Straßen, die für Senioren, auch wenn sie nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind, regelrecht “abgeschrieben” sind: “Da gehen wir nicht, da kommen wir nicht durch”. Kämen Autos nicht durch, würde der Abschleppdienst anrücken!

Dieser Film zeigt, wie Kreuzungen sicher gestaltet wedern sollten, ja gerade zu müssen, wenn eine Stadt im Interesse ihrer schwachen Verkehrsteilnehmer — Kinder, Ältere, Fußgänger, Radfahrer, Mobilitätseingeschränkte — handelt.

Gute Idee, mehr PlatzDa! auch für Senioren? Dann unterstützt uns auf www.HannoverMachen.de.

logo-hannovermachen-mit-der-crowdplatz-da-logo-gelb-ideen-fuer-stadtteilplaetze

Lasst uns unsere Stadt jeden Tag ein Stückchen besser machen!

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7 Gedanken zu “PlatzDa! …auch für Senioren!?

  1. Oh, wo ist denn mein Kommentar geblieben? Hat Gentrifizierungs-Ollie zensiert, ja?;-)
    Werden Gegenmeinungen von Lindenern nicht akzeptiert?
    Egal, es dein Blog, aber nicht dein Stadtteil… 😉

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    • Kommentare und Diskussionen sind sogar erbeten, aber sachlich und konstruktiv sollten sie schon sein.

      Wer aber das Engagement anderer Lindener als „schwachsinnige Idee“ abtut und sich auch auf Nachfragen nicht mit Klarnamen zu erkennen gibt, darf sich nicht wundern, wenn nicht alles abgedruckt wird, oder?

      Das Angebot eines gemeinsamen Kaffees gilt übrigens weiterhin. Vorschlag Ort und Zeit bitte als Antwort auf diesen Kommentar.

      Ach, noch was: Olli bitte ohne „e“. Thx!

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  2. Mein Argument war durchaus sachlich. Aber das habe ich mir eben nochmal überlegt: Vielleicht ist es dir auch ganz recht, wenn die Autos vom Marktplatz dann auf den Bürgersteigen parken. Schließlich hast du dann ein gutes Argument für deinen Plan, den Verkehr aus Linden-Mitte an die angrenzenden Straßen und Stadtteile abzuwälzen.

    Beste Grüße Stratzek

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    • Lieber Stratzek, ich und andere PlatzDa!-Mitmacher wohnen sogar in einer der Straßen, von denen Du schreibst. Bitte habe Verständnis, dass ich auf weitere Kommentare ohne Nennung Deines richtigen Namens nicht mehr eingehen möchte. Vielen Dank! Oliver Thiele

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    • Mit dem Argument, dass der Verkehr doch nur verdrängt werde, in deinem Beispiel der ruhende Verkehr (sprich parkende Autos), wurden schon immer Maßnahmen sabotiert, die zur Reduktion des Autoverkehrs insgesamt beitragen.

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      • Ganz genau, siehe Egestorfstraße. Da sind jetzt auf einen Schlag 10 Parkplätze weggefallen. Offenbar gab es dort Gefährdungssituationen mit Radfahrern. Soweit also ok. Allerdings sind viele Autofahrer sauer. Und wo parken diese 10 PKWs jetzt? Kann ich dir sagen: U.a. auf dem Bürgersteig. Angenommen jetzt würde das Ordnungsamt tatsächlich mal regelmäßig kontrollieren, dann melden die auch nicht gleich ihre Karre ab, sondern die suchen erstmal im Umfeld. Parkplätze sollten nicht en bloc aufgelöst werden, sondern sukzessive hier und da einzelne weggenommen werden. Und das stadtteilübergreifend.

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  3. Du brauchst auch gar nicht auf meine Kommentare eingehen. Du solltest es aber schon aushalten können, dass es Lindener mit einer anderen Meinung gibt als deine. Egal, unter welchem Namen sie die kundtun.

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