Elterntaxis: Schneller als die Polizei erlaubt, auch vor unseren Grundschulen?

Martin Siegmund, Kontaktbeamter der Polizei Hannover in Linden, wird am 9. Februar auf der Diskussionsveranstaltung „Wie wollen wir leben in unseren Stadtteilen?“ über die teilweise gefährlichen Situation für unsere jüngsten Schüler vor der Grundschule am Lindener Markt erzählen, die durch die sogenannten „Elterntaxis“ verursacht werden.

Auch am heutigen Mittwoch wies Herr Siegmund wieder einmal Eltern vor Ort daraufhin, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur die anderen Kinder, sondern auch ihre eigenen Kinder gefährden. Gut zu sehen auf dem folgenden Foto:

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Geht gar nicht… O-Ton Herr Siegmund: „Anhalten im „Absoluten Halteverbot“ und die Kinder auf der Fahrbahnseite aussteigen lassen.“

Zum Kopfschütteln bzw. erschreckend sind die Ereignisse um Schülerlotsen, die in Berlin vor Schulen eingesetzt wurden und wegen zu großer Gefährdung durch Autofahrer (auch der Eltern!) ihren Dienst wieder einstellen mussten. Der Tagesspiegel griff diese unhaltbaren Zustände wiederholt auf, wie in diesem Artikel: Zwei weitere Berliner Schulen ziehen Losten wegen Gefährdung durch Autofahrer ab. Weitere Links zum Linktipps zu „Elterntaxis“ auch hier auf dem Blog.

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Poller gegen Anhalten im „Absoluten Halteverbot“?!

Wir haben heute morgen außerdem gesehen, dass nur durch das beherzte Eingriffen von Herrn Siegmund zwei Schüler nicht durch einen rückwärts fahrenden PKW angefahren wurden.

Eine erste „Sofortmaßnahme“ könnten Poller entlang des ohnehin geltenden „Absoluten Halteverbots“ gegenüber der Schule sein. Das hätte auch den Vorteil, dass der  sehr schmale Fußweg an dieser Stelle sicherer zu benutzen wäre. Zudem kann die Lösung für das Problem „Elterntaxi“ nicht sein, vor jeder Schule einen Polizeibeamten zu positionieren. Was sollen diese „Einsätze“ auf Dauer kosten und warum werden stattdessen nicht bauliche Lösungen, die dauerhaft funktionieren, umgesetzt?

Und dass Poller sich auch gestalterisch einfügen können, weiß jeder, der die Augen schließt und an Paris denkt oder die folgende Bildergalerie ansieht.

Schon mal versucht in Amsterdam an einer x-beliebigen Kreuzung mit dem Auto anzuhalten, um mal schnell beim Bäcker Brötchen zu holen? Das ist in der Regel unmöglich, weil schmale Straßen und bauliche Maßnahmen wie Poller oder Bordsteine, die ausreichend hoch sind, das verbotene Halten unterbinden. Das folgende Bild zeigt sehr schön, was die Planung von Straßen für eine lebenswerte Stadt leisten kann, wenn nur der politische Wille das ist! Mehr Bilder gelungener Transformationen gibt es auf www.urb-i.com zu sehen.

An der Grundschule am Lindener Markt könnte wie unten dargestellt die Umwidmung der Küchengartenstraße und eines Teiles der Davenstedter Straße in Einbahnstraßen und die Verringerung der Straßenbreite das Halten ummöglich zu machen. Die haltenden Fahrzeuge würden die PKWs dahinter blockieren.

elterntaxis-am-lindener-markt-mit-einbahnstrassen-unterbinden-kopie

Die übrige Davenstedter Straße wird auf Höhe des Cafe K am Pariser Platz  für den  motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt und mit Anwohnerparkzonen versehen. Damit wäre dieser Straßenteil vor der Schule bereits verkehrsberuhigt.

Diese Überlegungen fügen sich übrigens gut in das vor einiger Zeit angedachte DIY Verkehrskonzept Linden-Mitte, das die folgende Zeichnung zeigt.

hannovercylcechic verkehrskonzept linden-mitte nur verkehr

Diese Maßnahmen hätten auch den Vorteil, dass der Parksuchverkehr der „auswärtigen“ Marktbesucher am Samstag reduziert würde und sich mehr Menschen mit anderen Verkehrsmitteln, dem Rad oder dem ÖPNV, auf den Weg machen.

Herr Bodemann, unser Stadtbaurat, hat nach seiner ersten Fahrt durch die hannoversche Nordstadt übrigens geflucht, da würde er nie wieder durchfahren. Diese Anekdote zeigt, dass die Sperrungen und Einbahnstraßen, die den Durchgangsverkehr in der Nordstadt einschränken, Wirkung zeigen… 😉

laufpass-der-sg-letter-in-der-ard

Zahlreiche Initiativen regen an, dass mehr Schüler aktiv und an der frischen Luft zu Fuß zur Schule gehen anstatt passiv und bewegungsarm per Auto gefahren zu werden. Bundesweit sind das z. B. die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“ des VCD e.V. (statt ADAC). Auf lokaler Ebene ist der „Laufpass“ der Sportgemeinschaft in Letter, über den sogar in der ARD berichtet wurde,  ein toller Ansporn für unsere ABC-Schützen und könnten auch von den Grundschulen in ganz Hannover übernommen werden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, herzlichst grüßen Ihre und Eure PlatzDa!-Welt-, Straßen- und Platzverbesserer

P S.

Ein Durchschlag, ach nee, das war früher, ein Link geht per Mail an die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Bezirksrat Linden-Limmer mit der Bitte im Sinne unserer Kinder tätig zu werden.

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