Für die Freunde der Statistik von den Freunden und Helfern oder „Sicher ist sicher: Vision Zero“

Der Verkehrssicherheitsbericht der Polizei Hannover 2015 weist in Hannover und der Region über 35.000 Verkehrsunfaällen in einem Jahr aus. Von „sicher“ kann da eigentlich nicht die Rede sein kann, soviel ist zumindest mal sicher!

Einige Auszüge aus dem Bericht:

  • In der Landeshauptstadt starben sieben Menschen, im Umland 30 und auf den Autobahnen zwölf Personen. Unter den Opfern befanden sich zwölf Senioren, neun junge Erwachsene und ein Kind im Alter von zehn Jahren.
  • Besonders auffällig ist die steigende Zahl der schwerverletzten Kinder, die zu Fuß (von 13 auf 21) oder mit dem Rad (von sechs auf elf) unterwegs waren.

  • Die Senioren über 75 Jahre waren mit sechs Getöteten und 79 Schwerverletzen erneut am stärksten in dieser Gruppe betroffen. 35 der Schwerverletzten waren als Radfahrer, 17 als PKW-Fahrer und 16 als Fußgänger unterwegs.
  • 2015 ist es im Bereich der Polizeidirektion (PD) Hannover zu insgesamt 35.398 Verkehrsunfällen gekommen und somit zu 1.870 Unfällen mehr als im Jahr 2014. Das bedeutet eine Zunahme um 5,6 Prozent.
  • Bei Unfällen mit schwersten Folgen bleibt hingegen die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit Unfallursache Nummer eins.

Passend dazu ist in der aktuellen Asphalt ein Interview mit Daniel Gardemin, dem Chef der Grünen im Stadtrat von Hannover erschienen, dass — Parteipolitik hin oder her — die PlatzDa!-Vorstellungen einer modernen Verkehrspolitik gut wiedergibt:

Wir haben hier auf dem Blog schon das ein oder andere Mal über die sogenannte Vision Zero berichtet. In Schweden erfunden, findet diese Vorgehensweise zur Vermeidung von Unfällen inzwischen auf der ganzen Welt Nachahmer. Im einem Artikel des VCD-Magazins Fairkehr wird die Vision Zero folgendermaßen erklärt:

Vision Zero geht davon aus, dass Menschen im Straßenverkehr Fehler machen, egal, wie sehr sie sich bemühen, es nicht zu tun. Das System Verkehr muss sich deshalb an den Menschen anpassen, nicht nur der Mensch an den Straßenverkehr. „Alle Elemente des Verkehrssystems werden so sicher gemacht, dass das Gesamtsystem Fehler verzeiht und niemand mehr bei Unfällen getötet oder schwer verletzt wird“, erklärt Anja Hänel.

Vorher heißt es dort:

Jedes Jahr wird in Europa eine Kleinstadt ausgelöscht. 42.000 Menschen kamen 2007 nach Angaben der EU-Kommission auf Europas Straßen ums Leben. In Deutschland waren es im vergangenen Jahr 4500 Tote und 408.000 Verletzte.

Die Zeit stellt in diesem Artikel die Frage

„Ist eine gewisse Zahl an Verkehrstoten der Preis, den wir für individuelle Mobilität in Kauf nehmen müssen?“ und lässt Verkehrsexperten zu Wort kommen, die sagen: „Nein.“

und will in diesem Artikel wissen, ob die Vision Zero, die seit 2014 auch in New York Anwendung findet, auf andere Länder übertragbar ist?

Da uns keine offizielle Verlautbarung zu Vision Zero oder gar ein gleichnamiges Aktionsprogramm o. ä. der Stadt Hannover bekannt ist, senden wir den Link dieses Beitrags einfach an unseren Oberbürgermeister, an die Fraktionsvorsitzenden der SPD, CDU und FDP und der Grünen, an unseren Stadtbaurat und an viele weitere Verantwortliche in der Verwaltung…

Es muss doch mal irgendwer anfangen über den Tellerrand zu schauen, die positiven Entwicklungen auf der ganzen Welt wahrzunehmen, zu diskutieren und im besten Fall anzuwenden, über alle Parteigrenzen hinweg zum Wohle aller Menschen in Hannover.

Just do it!, wünschen sich die PlatzDa!-Cowboys, -girls und Indianer*innen

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