Interview: Was wünscht sich Constantin Alexander über das Ihme-Zentrum hinaus von seiner Stadt?

Constantin Alexander vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e. V. hatte uns im Januar 2017 zum Interview in die Bar auf die Limmerstraße gebeten. Das Interview mit dem Titel „Das Ihme-Zentrum als Teil einer besseren Verkehrsinfrastruktur“ könnt Ihr hier nachlesen.

Als Retourkutsche (voll p.c. mit Haferantrieb) haben wir unsererseits Constantin ein paar Fragen zu seinen Vorstellungen einer lebenswerten Stadt gestellt:

Was macht für Dich eine attraktive Stadt bzw. ein lebenswertes Quartier aus?

In den 2015 verabschiedeten Nachhaltigkeitsentwicklungszielen der UN gibt es den Punkt „Nachhaltige Städte und Kommunen“. Damit kann ich mich gut identifizieren: Für mich muss eine lebenswerte Stadt eine Balance aus einer gesunden Ökologie, inklusiver Sozialpolitik und solider Wirtschaftlichkeit haben. Das geht bei einer nachhaltigen Mobilität los und endet bei Massnahmen, die eine demokratische Mitgestaltung ermöglichen.

Welche Tipps hast Du für engagierte Bürger oder Initiativen, um ihre Ziele zu erreichen?

Das Fundament ist ein Bewusstsein, das Zynismus, Hass und Unfreundlichkeit ausschließt – egal, wie frustrierend und ineffizient Politik mitunter auf Nicht-Parteimitglieder wirkt. Humor ist wichtig und Leidenschaft, ohne Verbissenheit. Mit dieser Einstellung lassen sich auch schnell Gleichgesinnte finden, die ebenfalls ihre Heimat verbessern möchten.

Welche Gründe gibt es Deiner Meinung nach, warum Verbesserungswünsche zur Lebensqualität in der Stadt nicht von der Politik und/oder Verwaltung umgesetzt werden?

Es gibt viele Unterschiede zwischen Politik und freier Wirtschaft oder der Kultur. Oft hat das Ganze mit Zeit zu tun, aber auch mit einem Misstrauen auf allen Seiten. Mir missfallen einfache und populistische Antworten – die Gesellschaft ist dafür zu komplex. Gleichzeitig herrscht in allen Bereichen teilweise ein Gefühl, das in der Wirtschaft „Not invented here“-Syndrom genannt wird. Externe Ideen und Impulse werden häufig weniger ernst genommen, unabhängig von der Qualität.

Welches Szenario bevorzugst Du für den Bereich Stephanusstraße/Lindener Markt?

  • Eine Fußgängerzone vom Küchengarten bis zur Falkenstraße
  • Entfall der Parkplätze unter den Bäumen auf dem Markt und die Stephanusstraße wird Fahrrad- und Einbahnstraße
  • Es bleibt alles so wie es ist.

Diese Ecke von Hannover hat ein riesiges Potenzial. Im Detail wüsste ich persönlich keine gute Antwort. Mir gefällt aber, dass ihr bei dem Thema eine Diskussion angefacht habt, die aus meiner Sicht weiter gehen muss. Nur wenn Bewohnerschaft, Ladenbetreiber und Nutzende der Gegend einen Kompromiss finden, wird die Lösung – egal welche es ist – Akzeptanz finden. Ich glaube daran, dass die Menschen in Hannover zusammen für alle Herausforderungen ihrer Stadt gute Antworten finden.

Constantin, wir bedanken uns für dieses Interview, Deine Nachbar*innen von der PlatzDa!-Initiative

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