Mobilnetzwerk #7: Mängel in der Unterhaltung von Radverkehrsanlagen und beim Winterdienst

Dass die Radverkehrsanlagen und auch die Grünwege in der Region Hannover nicht ausreichend unterhalten werden, ist ja hinreichend bekannt. Im Zuge von zahlreichen Radverkehrsverbindungen im Umland ist sogar in unzulässiger Weise das Zusatzzeichen „Radwegeschäden“ dauerhaft angeordnet. Natürlich kommt es in der Folge auch immer wieder zu schweren Stürzen von Radfahrenden. Rechtlich gesehen drohen den Verkehrsbehörden in der Folge Regressforderungen von Seiten Verunglückter.

Hier ist endlich eine systematische Erfassung und Qualitätsoffensive im erheblichen finanziellen Umfang notwendig. Hinsichtlich der Erfassung der Radwegeschäden, welche bisher in der Regel in nicht fachgerechter Weise vom Kraftfahrzeug aus erfolgt, könnte die Region Hannover vorangehen und die Mängel mit speziell dafür ausgerüsteten Messrädern systematisch erfassen und dokumentieren.

(Anm. der #hannovercyclechic-Redaktion: Es folgt ein guter Bilder-Witz aus einem Artikel der NP, dem wir in diesem Beitrag gehuldigt haben: Schenkt der Neuen Presse ein Rad…)

Der Winterdienst auf Radverkehrsanlagen hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren insgesamt gesehen verbessert. Problematisch ist jedoch, dass er oft auf einer Strecke nicht durchgängig erfolgt, weil die Zuständigkeiten plötzlich wechseln. Häufig haben wir auch das Problem, dass die Radverkehrsanlagen in einzelnen Abschnitten zu schmal für die gängigen Räumfahrzeuge sind. Selbst kleine, nicht geräumte Abschnitte führen dann den Winterdienst auf der ganzen Strecke ad absurdem. Hier brauchen wir aber keine neuen Räumfahrzeuge, sondern ausreichend breite Radverkehrsanlagen.

Ein grundsätzliches Problem des Winterdienstes stellt für Radfahrende natürlich auch der Verzicht auf Streusalz dar. Was für mehrspurige Kraftfahrzeuge kein Problem ist, kann für Radfahrende tödlich sein. Problematisch ist ferner die Verwendung von scharfkantigem Splitt. Dieser führt nicht nur häufig zu Pannen, sondern auch zu sehr unschönen Verletzungen in der Folge von Stürzen. Hier sind passende abstumpfende Streumittel, welche den Ansprüchen des Radverkehrs gerecht werden, zu verwenden. Auf die gängigen technischen Regelwerke sei verwiesen.

Dieser Text ist Teil eines Schreibens von Gunter Nootny an das Mobilnetzwerk Hannover, das verschiedenste Akteure zum Thema Verkehrssicherheit in Hannover versammelt.

Bereits erschienen:

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