PlatzDa!-Initiative macht bundesweit Schlagzeilen

Schon für unsere Podiumsdiskussion Wie wollen wir leben in unseren Städten? im Februar 2017 hätten wir die Journalistin Andrea Reidl gerne als Moderatorin oder auch Podiumsteilnehmerin gewonnen. Leider verhinderten anderweitige berufliche Termine ihr Mitwirken. Andreas Verabschiedung im letzten Telefonat „Ich muss unbedingt noch über Eure #PlatzDa!-Initiative berichten!“ blieb uns im Gedächtnis…

So waren wir umso erfreuter, als wir vergangene Woche ihre Stimme am anderen Ende der Leitung vernahmen. „Hey, ich will einen Beitrag über den weltweiten Parking Day machen und Euer Engagement in Hannover-Linden als Aufhänger nehmen.“

Auf Andrea sind wir zum ersten Mal vor zwei Jahren aufmerksam geworden. Bis Ende 2015 hat sie für die Wochenzeitung Die ZEIT den Blog Velophil betrieben, auf dem sie sich „Nomen est Omen“ der Liebe zum Rad und Radfahren verschrieben hatte. Als das Ende dieses Engagements gekommen war, begann sie ihren eigenen Blog: Busy Streets

Nun ist ebendort der folgende Beitrag über die #PlatzDa!-Initiative erschienen:


Plaudern, picknicken, Paroli bieten – heute zeigen Aktivisten überall auf der Welt, wie man Parkplätze in der Stadt deutlich besser nutzen als es zurzeit üblich ist. Seit 2005 findet der so genannte Parking Day am dritten Freitag im September statt. Die Teilnehmer sind Teil einer Bewegung, die sich für lebenswertere Städte engagieren und mehr autofreie Plätze einfordern.

Pünktlich zum Parking Day hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC Anfang der Woche die Ergebnisse einer repräsentativen GFK-Umfrage vorgestellt. Das Marktforschungsinstitut hat im Auftrag des Fahrradclubs 1000 Bundesbürger befragt, wie die Stadt der Zukunft aussehen soll. Das Ergebnis zeigt:

Jeder zweite Befragte wünscht sich eine andere Verteilung des öffentlichen Raumes. 87 Prozent von ihnen wollen mehr Platz für Begegnungen, Platz für mehr Rad- und Fußverkehr. Dafür sind 50 Prozent bereit, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen.

Dieser Wandel spiegelt sich zurzeit an vielen Orten Europas wider. Moderne lebenswerte und innovative Städte schaffen ihren Bewohnern Alternativen zur autogerechten Stadt. Malmö zählt seit ein paar Jahren zu den innovativsten und nachhaltigsten Städten der Welt. Etwa ein Viertel der Wege werden bereits mit dem Fahrrad zurückgelegt und das ehemalige Werftengelände soll ein energieautarker Stadtteil werden.

Vitoria Gasteiz, die Hauptstadt des Baskenlands, hat ihr Zentrum vor ein paar Jahren vom Autoverkehr befreit. In Paris wurde das Seine-Ufer bereits an die Bürger zurückgegeben und bald soll Oslos Stadtzentrum autofrei werden.

In Hannover macht zurzeit die Bürgerinitiative „PlatzDa!“ einen Vorstoß, um die Zahl der Autos im Stadtzentrum zu reduzieren.

Sie wollen im Stadtteil Linden den zentralen Marktplatz anders nutzen. Samstagvormittags bummeln dort die Anwohner über den schönen Platz mit den alten Laubbäumen, denn dann ist Markt. Aber das ist die Ausnahme. Die übrige Zeit wird der Raum als Abstellplatz für Autos genutzt.

Weiterlesen auf Busy Streets


Nachtrag:

Die Grünen des Stadtbezirks Linden-Limmer sind wohl inzwischen bereit einen Prüfantrag auf einen Privatwagen freien Lindener Markt an die Verwaltung der Stadt Hannover zu stellen.

Es fehlen die Stimmen der ein oder anderen Fraktion im Bezirksrat (Gesamt 21 Sitze: Die Grünen 7; SPD 5; DIE LINKE 4; CDU 2; Die PARTEI 1; PIRATEN 1; FDP 1)

Zeichnen z. B. DIE LINKEN oder die SPD mit, ist mit 11 bzw. 12 Stimmen eine Mehrheit erreicht. Auch Die Grünen, CDU, DIE PARTEI und PIRATEN gemeinsam kämen auf 11 Stimmen.

PlatzDa! ist hannovercyclechic Visualisierung Autofreier Lindener Marktplatz (3)

Als kleine Entscheidungshilfe und Motivation hat die PlatzDa!-Initiative von drei engagierten Architekturstudenten (Pierre Martin, Felix Rutenbeck, Hojun Noh) eine Planung bzw. Visualisierungen eines Privatwagen freien Lindener Marktplatzes anfertigen lassen.

Unsere PlatzDa!-Ideen für Nutzungen von öffentlichem Raum findet Ihr hier.

…und jetzt träumt weiter oder besser noch sprecht die Parteienvertreter eures Vertrauens im Bezirksrat Linden-Limmer (Ansprechpartner aller Parteien hier) an, damit hier endlich mal was in die Gänge kommt: Ihr wollt es doch auch!

Noch ’n Nachtrag:

In Hannover-Kleefeld hat der Bezirksrat übrigens letzten Monat für den Kantplatz eine solarbetriebene Smart Bench mit W-Lan Hotspot und Handyauflademöglichkeit beantragt. Auf dem gesamten Lindener Markt steht im Gegensatz dazu eine vergammelte, öffentliche Bank ohne Lehne. Wer ein Foto von dieser Bank an hannovercyclechic@gmx.de schickt, bekommt zehn CopenhagenizeHannover-Sticker zugesandt!

PlatzDa! ist hannovercyclechic-Blog träumt von CopenhagenizeHannover

Advertisements

Wedekindstraße – Radverkehr nicht plattmachen: Ein Aufruf an unsere politischen Vertreter…

…und die Verwaltung der Stadt Hannover. Der Initiator Dirk Hillbrecht hat uns gebeten, diesen Aufruf zu veröffentlichen. Diese Bitte konnten wir ihm natürlich nicht abschlagen. Immerhin spricht er Klartext und uns von PlatzDa! aus der Seele.

Hier nun DER AUFRUF, den wir um Bilder und Kommentare ergänzt haben:

„Die Wedekindstraße ist für den Radverkehr eine wichtige Verkehrsachse zwischen Innenstadt, Oststadt, Eilenriede und List. Die Planungen für den Umbau der Wedekindstraße zwischen Lister Meile und Bödekerstraße schaffen den heute vorhandenen eigenen Verkehrsraum für den Radverkehr ab. Stattdessen sollen Radfahrende zukünftig auf der Fahrbahn geführt werden.

Der Vorschlag der Stadt Hannover, in dem gut sichtbar ist, welche Gefahren Radfahrer beim Überfahren der Schutzstreifen durch LKW etc. ausgesetzt sind, insbesondere (Schul-)kinder, Senioren und Ungeübte.

Die Gestaltung des Straßenraums gefährdet dabei den Radverkehr massiv: Der viel zu schmale lediglich aufgemalte „Schutzstreifen“ verleitet Autofahrende zu riskanten Überholmanövern mit zu geringem Sicherheitsabstand. Gleichzeitig erschwert er Radfahrenden, den nötigen Abstand zum Parkstreifen einhalten zu können.

weiterlesen

hannovercyclechic Bike Conference Hannover 2017 Ergebnisse und Forderungen

Bike Conference Hannover 2017: DIE ERGEBNISSE

Da sind die #hannovercyclechic-en Aktivist*innen mal in einer verdienten Sommerpause (Pst, nicht weitersagen, einige sogar ohne Fahrrad: Nobody is perfect!), da wird in Sachen Radverkehr auf der Bike Conference Hannover 2017 gleich mal ein richtiges Fass aufgemacht. Die 10 Forderungen als PDF-Datei in einer PDF-Datei.

In 2015 ließ die letzte Bike Conference mit Stargast* Mikael Colville-Andersen aus Kopenhagen immerhin den überfälligen (Verkehrs-)Knoten am Schwarzen Bären platzen. *Stargast lässt sich hier auch so verstehen: Colville-Andersen stand und steht stellvertretend für eine Radinfrastruktur von einem anderen Stern… LOL!

Die Stadt Hannover wandelte tatsächlich eine Fahrspur für den motorisierten Verkehr (wenn auch nur ein Stückchen) in einen Radweg um. In diesem Beitrag könnt Ihr die Posse um den „vergessenen“ Radweg vor dem Capitol am Schwarzen Bären nachlesen.

Die Bike Conference Hannover 2017 tritt nun kräftiger in die Pedale und formuliert — über derartige Kleckermaßnahmen hinaus — zehn Forderungen an die Stadt Hannover, die wir hier schwarz auf weiß, aber erst Recht inhaltlich teilen. Die Forderungen haben wir mit Links zu passenden Beiträgen auf unserem Blog ergänzt.

Maßnahme 1: Radwege schnell und komfortabel

Bei Um- und Neubauten werden Radverkehrsanlagen grundsätzlich eben und in rotem Asphalt ausgeführt. Besonders an Kreuzungen ist auf die gute Erkennbarkeit der Radverkehrsanlagen für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu achten. Pro Jahr werden mindestens 10 km Schotterwege auf den Hauptrouten des Radverkehrs durch allwettertauglichen Untergrund erneuert.

Maßnahme 2: Kreuzungen sicher und schnell querbar machen

weiterlesen

PlatzDa! feiert mit der HannovAIR Connection einen gelungenen Auftakt

Am vergangenen Samstag, den 10.06.2017, veranstaltete die HannovAIR Connection unter dem Motto Lüftje Lage eine Auftaktveranstaltung in Sachen Luftreinhaltung auf dem Opernplatz in Hannover. Wir berichteten bereits über HannovAIR hier auf dem Blog. 

Die positive Medienberichterstattung, das gute Wetter und der rege Zuspruch für unser gemeinsames Engagement macht Lust und Mut mit noch mehr Lüftje Lage für Durchzug in den Räumen und Köpfen der Politik und Verwaltung zu sorgen und das Stadtklima nachhaltig zu verbessern… 😉

weiterlesen

170607 HAZ LRP, HannovAIR und Opernplatz Beitragsbild 1

HannovAIR macht Druck, auch (in) der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung

Die HannovAIR Connection – Netzwerk für klare Luft ist heute zum ersten Mal in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung präsent. Link zum Artikel.

„Seit Jahren gelingt es Hannover nicht die von der EU festgelegten Grenzwerte für Stickstoffdioxid einzuhalten.“ schreiben Bernd Haase und Andreas Schinkel in ihrem Artikel. Arne Käthner von HannovAIR wird wie folgt zitiert: „Die Stadt muss jetzt Verantwortung für die Gesundheit Ihrer Bürger übernehmen.“ und  „Notwendig sei eine echte Wende in der Verkehrspolitik.“

Unsere Ziele im Einzelnen!

170607 HAZ LRP, HannovAIR und Opernplatz

Sicher ist allen Beteiligten— auch im Stadtrat — klar, wie eine derartige Wende zu machen ist. Und falls es irgendwer noch nicht verstanden hat, empfehlen wir einen Blick über den Tellerrand, in unseren Blog oder ins benachbarte Ausland, z. B. nach Holland! Dann ergibt sich vielleicht auch der politische Wille von ganz alleine… Und ohne ein von HannovAIR initiiertes Bürgerbegehren wie in München oder Klagen gegen die Stadt wie in 16 anderen deutschen Städten wie Berlin, Stuttgart, Düsseldorf oder schon wieder München.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet zu Klageverfahren in Sachen Luftreinhaltung:

weiterlesen

170610 LÜFTJE LAGE Flyer Opernplatz Vorder und Rückseite

Verarschen können wir uns alleine…

…oder wie es Arne Käthner, Initiator des neu gegründeten Netzwerkes HannovAIR Connection in seinem Gastbeitrag auf unserem Blog etwas gepflegter ausdrückt:

Die deutschen Autobauer stehen sich selbst im Weg

Auch wenn uns München mit der Kampagne „Sauba sog I – Reinheitsgebot für die München Luft“ in Sachen Bürgerbegehren für klare Luft um zwei Nasenlängen voraus ist, so befindet sich die HannovAIR Connection was die Analyse betrifft doch auf Augenhöhe.

Im März stellte die hannovercyclechic-eria in den Linktipps der Woche #4 2017: Diesel(n) wir uns alle weiter ein? fest, dass die deutsche Automobilindustrie in Sachen E-Mobilität hinterherhinkt und fragte sich:

weiterlesen

LÜFTJE LAGE Logo vor blauem Himmel

LÜFTJE LAGE Für klare Luft in Hannover – HANNOVAIR am 10.06.17 um 12 Uhr auf dem Opernplatz

Atemluft ist ein hohes Gut!

Das Netzwerk

wird am 10.06.17 um 12 Uhr auf dem Opernplatz eine Kundgebung (LINK zur Facebook-Veranstaltung) unter dem Motto

LÜFTJE LAGE - Für klare Luft in Hannover

veranstalten, da wie in vielen deutschen Städten auch in Hannover die gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxid-Werte regelmäßig überschritten werden.

Die übergeordneten Ziele der HannovAIR Connection:

  • Saubere Luft: Wir fordern von der Stadt Hannover Luftschadstoffe effektiv zu reduzieren.

  • Transparenz: Wir haben ein Recht auf Information und Aufklärung über diese Gesundheitsgefahren.

  • Verkehrswende: Wir verlangen die zügige Einleitung einer nachhaltigen Verkehrswende.

Als Vorbild dient das Bürgerbegehren „Sauba sog i. Reinheitsgebot für Münchner Luft des Green City e. V. Wir berichteten bereits in diesem Blogbeitrag über die erfolgreiche Kampagne.

weiterlesen