Mobilnetzwerk 10: Kontraproduktive Maßnahmen aus Sicht des Radverkehrs

Dass die im Konzept wohl auch geforderten baumlosen Straßen das Geschwindigkeitsniveau erhöhen und deshalb auch unabhängig vom Erscheinungsbild der Straße für den Radverkehr problematisch sind, dürfte ja wohl hoffentlich nicht zur Diskussion stehen.

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Mobilnetzwerk 9: Fahrraddiebstahl

Fahrraddiebstahl und Fahrradteilediebstahl sind bekanntlich ein Massenphänomen. Der Ballungsraum Hannover liegt hier im Bereich der gemeldeten Diebstähle leider ganz weit vorne. Obwohl u.a. auch von international tätigen Banden organisiert, wird der Fahrraddiebstahl rechtlich gesehen eher als Bagatelldelikt behandelt und noch nicht einmal über die Landesgrenzen hinweg im Schengen Raum verfolgt. Durch die Erhöhung der Strafen bei Einbruchsdelikten findet ferner insbesondere im Bereich der Beschaffungskriminalität gerade eine weitere Verschiebung zu Fahrraddiebstählen hin statt. Aber von Seiten der Polizei aus wird der Fahrraddiebstahl ja leider eher verwaltet als verfolgt.

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Mobilnetzwerk #8: Priorisierung – Aufbau von sicheren Radverkehrsnetzen

Die Maßnahmen zum Aufbau von sicheren Alltagsnetzen für den Radverkehr kommen nicht wirklich voran. Die bestehenden Netze weisen keine einheitliche Kennzeichnung auf und erfüllen weiterhin oft noch nicht einmal grundlegende Sicherheitsanforderungen. Es ist bisher nicht zu erkennen, dass wenigstens im festgelegten Alltagsradwegenetz Radfahrende ausreichend gesichert sind. Dagegen zeichnet sich die Region Hannover weiterhin durch ein äußerst dichtes Netz von Autobahnen und Schnellstraßen als besonders autogerecht aus. Die Schnellstraßen werden mit viel Aufwand und auch zu Lasten des Radverkehrs weiterhin ausgebaut (z.B. B65 bei Ahlten Sehnde). Hier jetzt nur einen einzelnen Radschnellweg, welcher aufgrund des Widerstandes der Stadt Lehrte noch nicht einmal durchgeführt wird, als Modelprojekt anzulegen, ist eher ein Witz.

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Mobilnetzwerk #7: Mängel in der Unterhaltung von Radverkehrsanlagen und beim Winterdienst

Dass die Radverkehrsanlagen und auch die Grünwege in der Region Hannover nicht ausreichend unterhalten werden, ist ja hinreichend bekannt. Im Zuge von zahlreichen Radverkehrsverbindungen im Umland ist sogar in unzulässiger Weise das Zusatzzeichen „Radwegeschäden“ dauerhaft angeordnet. Natürlich kommt es in der Folge auch immer wieder zu schweren Stürzen von Radfahrenden. Rechtlich gesehen drohen den Verkehrsbehörden in der Folge Regressforderungen von Seiten Verunglückter.

Hier ist endlich eine systematische Erfassung und Qualitätsoffensive im erheblichen finanziellen Umfang notwendig. Hinsichtlich der Erfassung der Radwegeschäden, welche bisher in der Regel in nicht fachgerechter Weise vom Kraftfahrzeug aus erfolgt, könnte die Region Hannover vorangehen und die Mängel mit speziell dafür ausgerüsteten Messrädern systematisch erfassen und dokumentieren.

(Anm. der #hannovercyclechic-Redaktion: Es folgt ein guter Bilder-Witz aus einem Artikel der NP, dem wir in diesem Beitrag gehuldigt haben: Schenkt der Neuen Presse ein Rad…)

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Mobilnetzwerk #6: Radwegebenutzungspflicht

Ähnlich (wie beim letzten Beitrag über Signalisierung) sieht es bei der Radwegebenutzungsplicht aus. Die Anordnung der Radwegebenutzungspflicht führt meist in eine „Sackgasse“. In dem Konzept (des Mobilnetzwerkes) werden hierzu keine Angaben gemacht. Für ein Verkehrssicherheitskonzept hat die Frage der Radwegebenutzungspflicht aber eine ganz zentrale und grundlegende Bedeutung. Hier geht es um die Feststellung, dass Menschen sehr unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse und individuelle Voraussetzungen haben und ein Verkehrssicherheitskonzept sich darauf einzustellen hat!!!

Warum das?

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Mobilnetzwerk #5: Widersprüchliche Vorfahrtregelungen

Dass widersprüchliche Vorfahrtregelungen eine ganz erhebliche Gefahrenquelle darstellen und natürlich auch Gift für eine Regelakzeptanz und das Verhältnis zwischen Bürgen und Polizei sind, braucht sicherlich nicht erläutert werden. Trotzdem sind insbesondere die Vorfahrtbeziehungen Radfahrender untereinander gerade bei großen Knotenpunkten oder im Gegenverkehr häufig unklar oder sogar widersprüchlich geregelt. Ferner haben wir nicht selten eine Unterordnung des Radverkehrs mit Zeichen 205 StVO gegenüber den einbiegenden und den ausbiegenden Verkehr, die im Widerspruch zur „Abbiegevorschrift“ gemäß §9 StVO steht. Hier existiert leider auch eine rechtsirrige Auslegung einer Verwaltungsvorschrift zur StVO durch die ERA (Knotenpunkte außerorts), welche zu Irritationen bei den Behörden und Verkehrsplaner geführt hat. Diese wird mit der Novellierung der ERA aber wohl behoben. Ferner bestehen weiterhin Unklarheiten und Widersprüche bei der Führung des Radverkehrs in Kreisverkehren.

Ich sehe jedenfalls einen dringlichen Handlungsbedarf die Knotenpunkte eindeutig und verständlich zu regeln.

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Mobilnetzwerk #4: Signalisierung

Eine Großbaustelle stellt meiner Meinung nach die Signalisierung des Radverkehrs mittels LSA (Lichtsignalanlagen oder Ampeln) dar. Hier haben wir in letzter Zeit vermehrt schwere und auch tödlich verlaufende Unfälle. Radfahrende sollen sich laut der StVO als Fahrverkehr ja an der Signalisierung der Fahrbahn orientieren, wenn sie keine eigene Signalisierung erhalten (vgl. hierzu auch die RiLSA). Seit dem 1.1.2017 sind die seit vielen Jahren immer wieder verlängerten Übergangsfristen zur entsprechenden Nachrüstung von Lichtsignalanlagen endgültig abgelaufen, ohne dass darauf angemessen reagiert worden wäre. Obwohl die Räumzeiten von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden sehr unterschiedlich sind und der Radverkehr als Fahrverkehr vor allem auch ein gelbes Signal und eine Signalisierung vor der Kreuzung benötigt, wurde es weitgehend versäumt, eine eigene Signalisierung für den Radverkehr sicherzustellen, die Induktionsschleifen umzustellen, Wartezeiten für den Radverkehr auf ein psychologisch akzeptables Maß zu reduzieren, Räumzeiten fahrbahnbezogener LSA anzupassen oder wenigstens auch nur ausreichende Wartezonen mit den notwendigen Abbiegespuren vor den LSA zu schaffen. Weiterhin bestehen kombinierte Streuscheiben und sogar ausschließliche Fußgängersymbole im Zuge von Radverkehrsführungen.

Stellenweise haben wir sogar in rechtswidriger Weise sogenannte „geteilte Vorfahrtregelungen“, bei denen Radfahrende auf der Mittelinsel eigentlich noch einmal warten sollten, obwohl ihnen das Signal vor der Kreuzung dieses ja nicht vermittelt.

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