Umgestaltung Marstall: ‚D. Hillbrecht vs. R. Hillebrecht‘ TEIL 2

Hier die Fortsetzung zu Teil 1 vom gestrigen Samstag:

In der Beschlussdrucksache „Umgestaltung des Marstall“ der Stadt Hannover (PDF-Download) kommt nicht einmal das Wort Radverkehr, Fahrrad o.ä. vor, stattdessen wird gleich zu Beginn des Antrages festgestellt: ‚Genderspezifische Aspekte und Belange wurden bei der geplanten Maßnahme beachtet.‘

hannovercyclechic fahrradstraße mal ohne autos am marstall

Uhhh, jetzt nicht gleich aufschreien, sondern weiterlesen: Selbstverständlich ist hannovercyclechic für die Berücksichtigung der Sicherheitsbelange von Bürgern und vor allem Bürgerinnen bei Dunkelheit und die Interessen von Mobilitätseingeschränkten Menschen. Der Hinweis auf diese Belangen und Interessen soll lediglich aufzeigen, dass an alles gedacht wird bei einer derart umfangreichen Planung. Um so verwunderlicher ist die völlige Abwesenheit des Themas Radverkehr in der Planung der Stadt.

Just an dem Tag als hannovercyclechic im Treppenhaus fast ohnmächtig danieder sank (in TEIL 1 des Beitrags), blitzte eine zum Topic passende E-Mail im Postfach auf: Dirk Hillbrecht (nomen est no omen), Mitglied der Piratenpartei im Stadtrat, hat die meinungsgewaltige Stimme des ‚kleinen Mikael Colville-Andersen von Hannover‘ — wie ein Freund hannovercyclechic scherzhaft nannte — erkannt und auf den Änderungsantrag (siehe Grafik oben) seiner Partei hingewiesen.

Dieser Antrag der Piraten (Piraten-BLOG) sieht die so nahe liegende, aber anscheinend zu weitsichtig für die anderen Parteien, Einrichtung einer den Radfahrern vorbehaltene Fahrradstraße vor.

Wortreich die Stadt Hannover in der Drucksache: ‚Ergänzend zur geplanten Bebauung ist eine funktionale […] Aufwertung des gesamten Platzbereiches vorgesehen.‘ und ‚Der Platz soll […] eine deutlich verbesserte Verbindungsfunktion [!!!] zwischen City und Altstadt übernehmen.‘ Worunter die hannovercyclechiceria im Gegensatz zur Stadt unter anderem die schnelle (separate Radwege), bequeme (asphaltierte Radwege) und konfliktfreie Querung mit dem Autoverkehr und den Fußgängern (in rot markierte Radwege) des Platzes mit dem Rad verstehen würde.

Fahrradstraßen, Radwege, Radwegeverbindungen, oder egal es genannt wird, die über einen Platz wie über den Superskilen in Kopenhagen (Film und Bilderserie) führen, werden in Dänemark so gebaut wie auf den folgenden Bildern: in beide Richtungen, ausreichend breit, um eine flache Bordsteinhöhe abgesenkt, rot eingefärbt, glatter Asphaltbelag und zum Queren für Fußgänger mit Zebrastreifen versehen wie im Beitrag ‚Mein Traumradweg‘ dargestellt!

Ist doch gar nicht so schwer und das Beste ist: Es kommt bei Separierung der Verkehrsarten nicht zu Konflikten zwischen PKWs, Radfahrern und Fußgängern und damit auch zu weniger Unfällen! Kann das falsch ein?

Immerhin hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gegen ‚wildes Parken‘ kein Knöllchen, keine Polizei und kein Abschleppen hilft, es wird ausgeführt: ‚Um den Platz gegen wildes Parken zu schützen, müssen an seinen Rändern Poller bzw. ausreichend Fahrradbügel vorgesehen werden. So können funktionale Zwänge mit praktischen Erfordernissen kombiniert werden.‘ Krude ausgedrückt, aber stimmig! Warum dass an anderer Stelle in der Stadt nicht gemacht wird, bleibt ein Rätsel. (Ein Plädoyer für Poller)

Die folgende Bildergalerie zeigt die Halt-und Parkzone des gerade vor kurzer Zeit eingerichteten Radwegs an der Falkenstraße in Hannover-Linden, bravo, bravissimo, das funktionuckelt ja super!

Euer radikaler Rad(d)iktator, was ein Wortspiel…, hannovercyclechico

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